Samstag, 3. November 2012

Wieviel lügen ist erlaubt?



 Seit wir klein sind wurde uns eingetrichtert immer ehrlich zu sein und die Wahrheit zu sagen. Mit der Drohung: „Die Wahrheit kommt immer ans Licht!“ traute man sich dann auch kaum zu lügen und tat man es doch, kam die Wahrheit früher oder später wirklich ans Licht. Doch gibt es nicht Situationen in denen es besser und unkomplizierter wäre eine kleine Notlüge zu erfinden, nur um nicht in eine unangenehme Diskussion zu kommen?

Doch was ist Lügen überhaupt genau? Wenn man von einer Person den Vorwurf: „Du hast mich angelogen!“ an den Kopf kriegt, sucht man meist nach Worten um sich zu rechtfertigen. Manche behaupten dann, sie hätten nicht gelogen, nur nicht die ganze Wahrheit erzählt. Stimmt, das ist grundsätzlich nicht Lügen, ganz ehrlich war man dabei aber trotzdem nicht und die „angelogene“ Person ist enttäuscht.

Wenn eine Lüge aufgedeckt wird, fühlt sich immer mindestens eine Person hintergangen und ist enttäuscht. Dieses Gefühl hat vermutlich schon jeder erlebt und doch tun wir es selbst immer wieder und verdrehen ab und zu die Wahrheit. Doch wann ist das okay? Ich persönlich denke, dass eine Notlüge dann angebracht ist, wenn man mit der Wahrheit eine andere Person unnötig verletzen würde.

Ist es also erlaubt ab und zu zu lügen?  Meiner Meinung nach ist es in Ordnung kleine Notlügen zu erfinden wenn es nicht anders geht. Jedoch sollte dies keinesfalls zur Gewohnheit werden, schliesslich sollte man besonders seine Freunde nicht anlügen, denn echte Freunde akzeptieren die Wahrheit und erwarten eine ehrliche Meinung, falls sie danach fragen. Viele Menschen unterschätzen den Gegenüber und denken sie müssten lügen um diese Person nicht zu verletzen, dabei wäre es für beide einfacher ehrlich zu sein und sich auszusprechen.

Es liegt bei jedem selbst, ob dieser fähig ist abzuschätzen wann eine Lüge notwendig ist und wann die Wahrheit besser ist. Im Zweifelsfall ist die Wahrheit womöglich immer die bessere Wahl, sonst können verzwickte Lügennetze daraus entstehen, aus diesen man kaum mehr herauskommt. 

8 Kommentare:

  1. Mein lieber Hagrid

    Ich habe mir auch schon sehr viele Gedanken zu deiner Fragestellung gemacht. Ich bin auch der Meinung, dass kleine Notlügen ab und zu okay sind. Ich finde, dass es auch erlaubt ist, Sachen zu verheimlichen. Jeder hat ein Recht auf Geheimnisse, oder?

    -B

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    1. Hallo Hagrid und Bettina

      Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es einige Dinge gibt, die man verheimlichen kann. Bei manchen Dingen ist es sogar besser wenn sie verschwiegen werden und die Wahrheit nicht ans Licht kommt, zum Beispiel dann, wenn eine andere Person durch die Wahrheit sehr verletzt werden würde.

      Man sagt ja nicht selten "Was man nicht weiss, macht einen nicht heiss". Was denkt ihr dazu? Meiner Meinung nach hat diese Aussage einen wahren Kern, aber nur, wenn man die Verschwiegenheit mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Lieber Hagrid,

    Dein Text fand ich sehr unterhaltsam und musste bei den einen oder anderen Theorien schmunzeln, da ich ähnliches schon erlebt habe. Du hast ganz recht, es liegt bei einem selbst ob das Lügen notwendig ist, doch sind wir mal ehrlich, jede Lüge holt einem früher oder später mal ein, sei es auch nur eine "kleine" Notlüge. Zudem machen diese "kleinen" Notlügen die Probleme nur noch grösser und letztendlich findet man sich in einem weitaus grösseren Problem wieder.

    Liebe Grüsse von deiner Filiale um den Ecken, Los Pollos Hermanos

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  4. Hallo Hagrid,
    ich finde den Text sehr aufschlussreich. Du sprichst sehr umfassend über das Thema Lügen und Notlügen.
    Ich teile deine Meinung, dass kleine Notlügen erlaubt sind, falls es nicht anders geht und dass man seine Freunde nicht anlügen sollte, da diese sich dabei hintergangen fühlen.
    Wenn man also ständig Notlügen erfindet, kann dies eine Freundschaft zerstören. Angehäufte Notlügen sind also genau so gefährlich wie eine grosse Lüge.

    Ausserdem habe ich noch einen Denkanstoss für dich!
    Was hältst du von Angebereien und Übertreibungen?
    Ich denke sie sind mindestens so nervig wie Lügen. Allerdings fallen sie für mich in die selbe Kategorie wie "nicht die ganze Wahrheit erzählen", halt einfach umgekehrt, also die Wahrheit ausreizen und Unwahrheiten dazuzudichten.

    Grüsse von Meister Zopef

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  5. Hallo Hagrid

    Eine wirklich spannende Frage!

    Ich wage zu behaupten, dass jeder von uns schon einmal gelogen hat. Egal ob eine Notlüge oder eine 'richtige' Lüge macht eigentlich keinen Unterschied, lügen ist lügen, man gibt die Wahrheit bewusst nicht preis. Ich bin einverstanden, dass eine kleine Notlüge hin und wieder total normal und absolut menschlich ist, aber wäre es nicht auch in diesen Situation besser die Wahrheit zu sagen? Verletzt eine Lüge eine Person nicht gleich fest wie die Wahrheit? Es ist nur eine Frage der Zeit bis man die Wahrheit ans Licht kommt und dann ist die angelogene Person doppelt verletzt, einmal durch die Notlüge und das zweite mal aufgrund der Wahrheit.

    Die Frage 'Wie viel lügen ist erlaubt?' ist eine schwer zu beantwortende Frage. Jede Person selbst muss sie für sich persönlich beantworten.

    Schöner Abend wünscht euch

    Mister Bean

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  6. Liebe Blogger

    Danke für euren Kommentare! Finde es sehr spannend zu lesen, was eure Meinung über das lügen ist...

    LG

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  7. Lieber Hagrid
    Super Text! Wirklich. Höchst unterhaltsam und doch seriös.
    Ich bin grundsätzlich der Meinung lügen als ein NO-GO anzusehen.
    Ich lüge nicht, weil ich mir meine Ausreden nicht merken kann. Dadurch würde ich zu oft in unangenehme Situationen gelangen, wenn meine Lüge aufgedeckt werden würde und ich eine neue, andere Ausrede benützen würde. Ich bevorzuge es die Wahrheit zu sagen. Meist ist dann die Person, die ich anlügen müsste, auch weniger lang sauer auf mich. ;)
    MfG
    Benjamin

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